Acht gute Gründe mit Wohnmobil und Hund nach Schottland zu reisen

Camping Hund Schottland

1. Die Schotten, oder eigentlich die Briten ganz allgemein, zählen zu den hundefreundlichsten Menschen weltweit!

Die Briten lieben ihre Hunde…. und die von jedem Anderen genauso. Wir wurden in keinem Pub oder Restaurant mit unseren zwei Fellnasen abgewiesen – im Gegenteil: Von einer ganz besonderen Erfahrung könnt ihr hier lesen.

In der Bahn fuhren die Hunde kostenlos mit. Beißkorb? Keine Rede!

Begegneten wir Menschen in der Natur (Wanderer, Camper aber auch Farmer) wurden unsere Hunde stets mit einer Freundlichkeit begrüßt, von der man in Österreich nur träumen kann.

Dass es trotzdem einige Regeln zu beachten gibt, versteht sich von selbst:

  • Tretmienen sind kein Kavaliersdelikt! Hundehaufen nicht zu entfernen, ist erstens strafbar (bis zu 80 Pfund) und zweitens respektlos dem Gastgeberland gegenüber!
  • Schafe jagen ist kein lustiges Spiel für gelangweilte Stadthunde!
  • ‚Oben ohne‘, also ohne Leine, bitte nur wenn das Rückrufsignal wirklich sehr gut sitzt.

2. Es ist nie wirklich heiß!

Mit einer Maximaltemperatur von ca. 20 Grad Celsius im Hochsommer ist Schottland das Idealziel für eine Reise mit Hund.

Als wir im September dort waren, hatten wir meistens so um die 12 Grad – für unsere Seniorin Chumani (10) gerade richtig. So aktiv wie während unserer Schottlandreise war sie das gesamte letzte Jahr nicht.

Loch Ness
Strandspaß in Talmine
‚warmer‘ Strandtag bei Lochinver

3. Man kann kilometerlange sensationelle Strandspaziergänge unternehmen

Viele Menschen reduzieren Schottlands Landschaft fälschlicherweise auf Highlands und Lochs (Seen). Es wird mir vielleicht keiner glauben, aber ich bin in Schottland auf die, in meine Augen, allerschönsten Strände der Welt gestoßen.

Klar, man liegt hier nicht im Bikini rum. Eher stapft man in gefütterten Gummistiefeln durch den Sand und hast sich eine Wollmütze tief ins Gesicht gezogen. Dafür genießt man jedoch die gesamte Schönheit ganz für sich allein.

Und wer wollte nicht schon immer mal seinen Hund ohne Leine an einem Sandstrand austoben lassen….?

Luskentyre Beach, Harris Island
Herrli beim Wasser Fassen

4. Es gibt hinter jeder Kurve exzellentes Trinkwasser für Mensch und Tier.

Es mag anfangs ein wenig befremdlich wirken, die braune Brühe aus den Bächen, die sich durchs Moor ästeln, zu trinken. Die Hunde überlegten natürlich nicht lange, aber wir Menschen waren da nicht ganz so aufgeschlossen.

Wir wollten jedoch während unseres Aufenthaltes Campingplätze (und damit die Möglichkeit Trinkwasser aus dem Hahn zu bunkern) weitestgehend meiden.

So blieb uns nichts anderes übrig, als das torfig braune Zeugs zu kosten. Tatsächlich schmeckt es mindestens genauso gut wie unser Tiroler Bergquellwasser.

Und hey – aus dem Wasser wird feinster schottischer Whiskey hergestellt….

5. Das Wandernetz ist endlos!

Schottland ist Wandern!!!

Auf derzeit ca. 6000km Wandernetz, davon 29 Weitwanderwege, gibt es keine bessere Art Schottlands unglaubliche Natur gemeinsam mit seinem Vierbeiner zu erkunden.

Von Bergtouren über Küstenspaziergänge, Wanderungen durchs Moor, ja sogar Wanderungen in Stadtnähe stehen zur Verfügung. Eine schöne Auswahl findet man auf der offiziellen Seite von VisitScotland.

Wir haben unsere Touren immer über Walkinghighlands geplant. Ich find diese Seite sehr anwenderfreundlich – man klickt in der Karte auf die Region in der man sich gerade befindet und schon springt eine vernünftige Auswahl an Touren auf.

 

Isle of Skye

Was braucht man zum Wandern in Schottland? Gutes Schuhwerk!!!

Und damit sind nicht Trekkinghalbschuhe gemeint. Die einzig wahre Fußbekleidung ist entweder ein wasserfester Bergschuh oder – für die Moorwanderungen bzw. am Strand – ein ordentlicher Gummistiefel.

6. Die Möglichkeiten zum Wildcampen sind phänomenal

Die Schotten wollen möglichst vielen Menschen den Zugang zu ihrer wunderbaren Natur ermöglichen – so gibt es seit 2003 ein Gesetz (Land Reform Act 2003), das campen mitten in der wilden Natur ausdrücklich genehmigt. Dies gilt allerdings nur für Camper mit Zelt. Eine offizielle Erlaubnis für Wildcampen mit Wohnmobil gibt es bislang noch nicht.

Übernachtung mit Meerblick

In der Praxis hat es für unseren Campingurlaub jedoch durchaus gut funktioniert.

Bei einem Schild, das auf ein ausdrückliches Campingverbot hinweist, parkt man logischerweise auch nicht.

Sehr gute Erfahrungen machten wir auf unserer Rundreise mit dem Übernachten auf Wanderparkplätzen oder auf Parkplätzen, die zu einem Strand gehören.

Tatsächlich stößt man aber auch immer Wieder mal auf Hinweistafeln, die Wildcampen im Wohnmobil erlauben

Talmine Beach
dieser Stellplatz war so unschlagbar – ich hätte auch mehr als die 5 Pfund Spende bezahlt

7. Die Landschaft ist einfach atemberaubend!

Das Grün der Wiesen, das Lila des Heidekrauts, märchenhafte Felsformationen, unzählige Lochs und deren verästelte Zu- & Abflüsse und die fabelhaftesten Strände, die man sich vorstellen kann.

Dazwischen mystische Kultstätten, Burgruinen, alte Friedhöfe mit verfallenen Kirchen, Leuchttürme und diese kleinen weißen Wohnhäuschen mit ihren zwei Kaminen…..

Und dann noch dieses herrlich raue Wetter, das der Landschaft einfach das i-Tüpfelchen aufsetzt….

Strathcarron – Kishorn
Isle of Skye – Dunvegan
Balnakeil

8. Das gemeinsame Kuscheln im Van ist noch schöner, wenn draußen ‚britisches‘ Wetter herrscht!

Jupp, das ist wahrscheinlich das Allerbeste am Campingurlaub mit Fellnase in Schottland. Man trotzt dem Wetter, geht mit seinem Hund raus in diese wundervolle einsame Natur, kommt irgendwann zurück zum Van, zieht die Kuschelklamotte an, kocht sich einen Kakao und liest ein Buch während der liebe Vierbeiner schon neben einem im Schnarchmodus liegt.

Immer wieder mal ein Blick aus dem Fenster auf die raue Landschaft und dabei ein kleines bisschen Luxus für die eigene Situation empfinden….

Mein Luxus….

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