Kanuwandern auf der Ardèche – der ultimative Flussurlaub

Schon mehrmals haben wir sie auf der Durchreise gestreift – die Gorges de l’Ardèche, die große Schlucht im letzten Drittel des Flusses Ardèche zwischen den Orten Vallon-Pont-d’Arc und Saint-Martin-d’Ardèche im Südfranzösischen Département Ardèche.

Beim Blick aus den Beifahrerfenster auf den Pont d’Arc auf der Fahrt auf der D290 weiß ich vom ersten Moment an, dass ich dieser Region eines Tages mehr Zeit widmen will.

So kommt es, dass wir uns für den Frühsommerurlaub 2017 für ‚Urlaub am Fluss‘ entscheiden.

Wir möchten erst einige Tage an der Drôme, die im gleichnamigen Departement verläuft, verbringen bevor wir in die touristischere Ardèche-Region wechseln.

Ardeche Hund Camping Kanu
Skye hat wie immer alles im Blick

Frei Stehen am Fluss? No Chance!!!

Die Autofahrt vom benachbarten Departement Drôme dauert nicht lange. Was uns allerdings mindestens einen halben Tag kostet und in absolutem Frust endet, ist die Idee hier direkt am Fluss Ardèche einen Platz zum Wildcampen zu finden.

An der Ardèche reihen sich die Campingplätze wie Perlen an einer Kette aneinander und die wenigen freien Buchten werden von den zahlreichen Paddelboot Verleihern genutzt.

Chancenlos! Und wir ärgern uns über uns selbst, dass wir so blöd waren, zu meinen, in einer so touristischen Region gäbe es noch Möglichkeiten zum frei stehen. 

Wir entscheiden uns letztendlich für ein Camping à la ferme – die Bezeichnung für Bauernhofcamping – da wir mit diesen bisher sehr gute Erfahrungen vorweisen können.

Als wir diesen Hof – Le Bardou (info@lebardou.com) in St. Germain – ansteuern, weiß ich, dass wir hier gut aufgehoben sind. Die Chefin sitzt hinterm Haus, liest ein Buch und hat eine Flasche Weißwein vor sich auf dem Tisch…. Das Gelände ist weitläufig und wir können Chumani & Skye frei laufen lassen, zudem gibts einen kleinen Pool. Perfekt!

Am nächsten Tag fahren wir gleich früh morgens nach Vallon-Pont-D’Arc um die obligatorische Bootstour zu buchen. Es gibt dort unzählige Anbieter. Wir entscheiden uns spontan für den Ersten, der uns unterkommt – Rivière et Nature

Das Personal ist supernett und extrem hilfreich – dass wir nicht die ersten Kunden mit Hund sind merken wir sofort….

Uns wird empfohlen einen großen Kanadier zu wählen, so dass eine Person vorne und eine hinten sitzt und die Hunde in der Mitte Platz nehmen können. Wir buchen für den nächsten Tag eine 12km Tour – zur Auswahl stehen ausserdem 4, 8, 24 oder 36 km. Achtung beim Vereinbaren der Abholzeit: Die Fahrzeiten der Kanu-Verleiher sind sehr sportlich angegeben. Lieber mindestens zwei Stunden länger einplanen.

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Ausflug in den Lavendel
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Auf herrlichen Routen vorbei an Li-La-Laune-Feldern ☺️

Da es inzwischen zu warm ist um noch zu einer Wanderung aufzubrechen, entscheiden wir uns ein wenig im klimatisierten Bus herumzufahren.

Die Region hat eine Vielzahl sehenswerter Routen zu bieten und Herrli lässt sich von mir endlos herumlotsen.

So geht es einmal mehr durch die Gorges d’Ardèche auf der D290 bis nach Saint-Martin-D’Ardèche, dann über die D201 auf das Plateau de Gras.

In Saint-Remèze zweigen wir auf die D362 nach Larnas, in Larnas kehren wir um und nehmen dieselbe Strecke nach Saint-Remèze um dann von dort auf der D4 wieder nach Vallon-Pont-d’Arc zu fahren.

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Der Lavendel blüht in diesem Jahr etwas früher

Wir haben Glück, denn der Lavendel blüht hier bereits (es ist Ende Juni & die Hauptsaison für Lavendel wird in der Regel mit Mitte Juli angegeben).

Auf dem Plateau de Gras reihen sich die lila Felder aneinander. Herrli kann nicht anders, als ein kleines Sträußchen mitgehen zu lassen. Das Sträußchen wird dekorativ an einen unserer Schränke geklebt, gleich neben dem Rosmarinsträußchen, das wir andernorts ‚gefunden‘ haben.

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sommerlicher Duft im Camper

Wir steuern für die Nacht wieder Le Bardou in St. Germain an. Die Chefin sitzt am selben Platz wie gestern. Wieder ein Buch. Wieder ein Weißwein. Ich mag sie……

Überzeugender Perspektivenwechsel – eine Region vom Wasser aus erkunden

Wir sind pünktlich um 09:00 Uhr bei Rivière et Nature. Den Van können wir hier über den Tag geparkt lassen. 

Wir bekommen noch ein paar Infos – eine kurze Einschulung und wann und wo wir am Ende unserer Tour abgeholt werden. Dann biegt schon ein Bus um die Ecke, der uns zum Startpunkt bringen soll.

Der Bus ist voll mit Belgiern, die sich alle zu kennen scheinen. Ein lautes ‚Hurrraaaaa‘ als unsere Hunde in den Bus einsteigen. Chumani gefällt‘s. Sie holt sich von jedem Einzelnen ihre Streicheleinheiten ab.

 Die Fahrt zum Startpunkt dauert nicht lange, hier bekommen wir unser Kanu und die Paddel.

Kurze Nervosität meinerseits beim Einsteigen in unser grünes Plastikboot, aber nach ein paar Metern sitzen alle wo sie sitzen sollen und die kritische Schieflage ist überwunden.

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Alle haben ihr Platzerl eingenommen….

 

Auf den 12 km legen wir zwei mal an um ein Päuschen einzulegen und auch ein wenig im Fluss zu baden, Skye schließt dabei Freundschaft mit einer Schildkröte. 

Wir müssen ein paar mal über Stromschnellen und über Rutschen, technisch alles keine große Herausforderung und wir haben auch echt viel Spaß…  

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Skye’s neuer bester Freund – Kröti
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Ganz schön aufregend…

Aber…..

Die Kanufahrt durch die Schlucht bietet leider nicht das von mir erhoffte Naturerlebnis – ich bin eben kein Freund von Massentourismus. Ende Juni streifen wir schon beinahe die Hauptsaison, in der täglich 3000 – 5000 Boote durch die Schlucht paddeln.

 Die gewaltige Kulisse ist leider durchzogen von dem Rot, grün und gelb der Plastikkanus und gestört durch das Kreischen von Teenagern und dem Pflong-Pflong Geräusch der Boote wenn sie kollidieren – absichtlich oder unabsichtlich…. (Ja, bei manchen Reisegruppen hat man den Eindruck sie verwechseln diesen Fluss mit mit dem Autodrome auf dem Rummel)

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getrübte Idylle

Es liegt wohl daran, dass die Ardèche mitunter einer der bekanntesten Flüsse für Kanusport in Frankreich ist, eine sehr gute Infrastruktur vorliegt und der Fluss abschnittsweise für Anfänger auch gut zu bewältigen ist.

Hätt ich’s noch nicht hinter mir, würd ich die Kanufahrt auf der Ardèche für Mitte oder Ende September planen, denn laut Anbieter Rivère et Nature sei dann deutlich weniger los.

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Entlang des Flusslaufs gibt es einige Fotopoints. Wir kaufen die Fotos natürlich
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